Verstehen
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5 Minuten Lesedauer
Im Jahr 2026 ist die Wasserkrise in vielen Teilen der Welt sichtbarer denn je. Der Wassermangel betrifft nicht mehr nur abgelegene Gebiete, sondern bedroht die Lebensgrundlagen ganzer Nationen. Besonders in afrikanischen Ländern wie zum Beispiel Äthiopien führt Wassermangel und der fehlende Zugang zu sauberem Trinkwasser zu massiven Herausforderungen für die Gesundheit und die Bildung.
Wassermangel beschreibt einen akuten Mangel an trinkbarem Süßwasser, der auftritt, wenn die Nachfrage nach Wasser die verfügbare Menge übersteigt oder der Zugang zu dieser Ressource eingeschränkt ist. Sobald die Wasserressourcen unter 1.000 m³ pro Kopf liegen, spricht man von Wassermangel.
Dieser Mangel kann dabei in zwei unterschiedliche Formen unterteilt werden:
Physikalisch gesehen kann das Wasser auf der Erde nie einfach komplett verschwinden. Denn Wasser unterliegt einem geschlossenen und globalen Kreislauf. Dennoch gibt es reale Szenarien, die einen langfristigen Verlust des nutzbaren Wassers prognostizieren.
Nur etwa 2,5 % des globalen Wassers sind Süßwasser, und davon ist nur ein winziger Bruchteil als Trinkwasser in Seen, Flüssen oder flachem Grundwasser direkt verfügbar und zudem weltweit sehr ungleich verteilt. Die Übernutzung der verfügbaren Quellen führt dazu, dass der Grundwasserspiegel weltweit drastisch sinkt. Brunnen versiegen, und Flüsse erreichen teilweise das Meer nicht mehr. Durch Pestizide, Chemikalien und Abwässer wird vorhandenes Wasser für Menschen unbrauchbar.
Schon heute leben 4 Milliarden Menschen und damit fast die Hälfte der Weltbevölkerung in Gebieten, die mindestens einen Monat pro Jahr von Wassermangel bedroht sind. 2050 werden es Prognosen zufolge bis zu 5,7 Milliarden sein (vgl. UNESCO Weltwasserbericht 2025).
Wasser ist Leben. Wenn weniger als 500 m³ pro Person zur Verfügung stehen, wird der Wassernotstand lebensgefährlich. Während Länder wie Jordanien oder Eritrea unter extremer Trockenheit leiden, ist die Situation in unseren WASH-Projektländern Äthiopien, Kenia und Tansania eine andere. Diese Länder sind vor allem von ökonomischen Wassermangel betroffen, was heißt, dass zumindest genügend Grundwasser vorhanden ist. Aber der Zugang zu diesem Grundwasser fehlt.
Das Problem: Es liegt unerreichbar tief. In Äthiopien werden bisher kaum 10 % der Reserven genutzt, weil das saubere Grundwasser oft mehr als 50 Meter unter der Erde verborgen liegt. Ohne die richtige Technik und das entsprechende Budget haben die Menschen keine Chance, an dieses sichere Wasser zu gelangen.
Rund ein Drittel der Menschen weltweit haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Sie verfügen über keine direkte Wasserversorgung auf ihrem Grundstück und müssen für die Beschaffung von Trinkwasser einen Fußmarsch von mindestens 30 Minuten auf sich nehmen. Und das, obwohl Wasser ein Menschenrecht ist.
Neben dem Fußmarsch hat der fehlende Zugang zu Wasser aber weitere gravierende Folgen. Denn die Wasserentnahme erfolgt oft aus ungeschützten Gewässern wie Tümpeln und Bächen. Dieses Wasser ist keineswegs Trinkwasser, sondern oft stark kontaminiert, was schwere gesundheitliche Folgen nach sich zieht. In Kombination mit fehlenden Sanitäreinrichtungen führt dies dazu, dass weltweit etwa 700 Kinder pro Tag an Durchfallerkrankungen, die durch verunreinigtes Wasser oder mangelnde Hygiene hervorgerufen werden, sterben.
Wassermangel hat darüber hinaus weitere indirekte Folgen. Durch den fehlenden Zugang zu Wasser kann auch das Recht auf Bildung nicht wahrgenommen werden. Da vor allem Frauen und Mädchen die langen Fußmärsche auf sich nehmen, sind sie besonders stark davon betroffen. Gibt es Schulen in unmittelbarer Nähe, macht es die körperliche Anstrengung, sowie der zeitliche Aufwand unmöglich, dass diese Mädchen durchgängig den Unterricht besuchen. Diese Problematik adressiert auch der UN-Weltwassertag 2026 unter dem Motto “Wasser und Geschlecht”.
Insgesamt stellen Wasser, Sanitär und Hygiene drei Lebensgrundlagen für ein gesundes Leben dar. Zusätzlich legen sie den Grundstein für eine wirtschaftliche Entwicklung in den Ländern. Zugang zu sauberen Trinkwasserbrunnen garantiert das Überleben und setzt so den Startpunkt für ein Leben in Würde und Gesundheit. Anstatt Stunden in das eigene Überleben zu investieren, macht der Zugang zu Trinkwasser eine Investition in Landwirtschaft und kleine Gewerbe möglich.
Der Zugang zu sauberem Trinkwasser setzt eine Kettenreaktion positiver Veränderungen in Gang. Wo Wasser sicher und nah verfügbar ist, verwandelt sich der Alltag grundlegend. Das erhöht die Bildungschancen insbesondere von Mädchen, die in vielen Regionen die Hauptlast der Wasserversorgung tragen. Wenn der stundenlange, beschwerliche Weg zu fernen Wasserstellen entfällt, gewinnen sie die Zeit und die Kraft zurück, um regelmäßig die Schule zu besuchen. So wird Wasser zur Voraussetzung für Bildungsgerechtigkeit und eine selbstbestimmte Zukunft.
Sauberes Grundwasser schützt zudem die Gemeinde vor Krankheiten, die oft die Hauptursache für die hohe Kindersterblichkeit sind. Mit der Verfügbarkeit von hygienischem Wasser sinkt die Krankheitsrate unmittelbar, was die Familien entlastet und die körperliche Entwicklung der Kinder sichert.
Jeder von uns kann dazu beitragen, dass der Zugang zu Wasser ermöglicht wird. Mit einer Spende förderst du die Einrichtung von Sanitäranlagen und die Errichtung von Trinkwasserbrunnen für Menschen in Regionen wie Tigray (Äthiopien), Iringa (Tansania) & Narok (Kenia).
Dabei fließt jeder Euro deiner Spende in unsere Projektarbeit. Denn unsere kompletten Verwaltungskosten werden durch das Vermögen unseres Stiftungsgründers sowie durch Beiträge von Unternehmens- und Förderpartnern beglichen. Mehr dazu erfährst du unter unser 100%-Versprechen. Unterstütze uns jetzt mit deiner Spende für sauberes Trinkwasser und das Menschenrecht auf Bildung.