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Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) der Agenda 2030

30. März 2026

9 Minuten Lesedauer

2015 beschlossen die Vereinten Nationen die Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung. Wir erklären dir alles zu den SDGs und zur aktuellen Zielerreichung!

Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung

Wir leben in Zeiten der extremen Kontraste. Auf der einen Seite eröffnet technischer Fortschritt neue Möglichkeiten, während auf der anderen Seite Umweltkrisen wie Klimawandel und Artensterben die Lebensgrundlage bedrohen. Globale Ungleichheit und Armut öffnen dabei die soziale Schere immer weiter. Doch diese Probleme existieren nicht isoliert, sondern sind das Ergebnis ungerechter wirtschaftlicher Strukturen, Abwesenheit von Frieden und stabilen Institutionen sowie fehlendem Zugang zu Bildung, medizinischer Versorgung und sauberem Trinkwasser. 

Mit dem Leitprinzip “Leave no one behind” haben die Vereinten Nationen deshalb international gültige Ziele für jedes Land festgelegt, die eine global nachhaltige Entwicklung schaffen sollen.

Die Entstehung der 17 Nachhaltigkeitsziele (SDGs)

Auf dem Nachhaltigkeitsgipfel am 25. September 2015 beschlossen die Vereinten Nationen die Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung. Diese Agenda beinhaltet die sogenannten 17 Nachhaltigkeitsziele, auch „Sustainable Development Goals“ (SDGs) genannt (vgl. dazu u.a. United Nations, Department of Economic and Social Affairs). Damit gibt es zum ersten Mal einen universalen Katalog, der alle Nachhaltigkeitsdimensionen beinhaltet. Das Ziel der Agenda ist, bis 2030 globale Entwicklungen nachhaltig zu gestalten.

Welche sind die 17 Ziele der Agenda 2030?

Die 17 SDGs lösen dabei die von der UNO 2000 verabschiedeten 8 Milleniumsentwicklungsziele ab, die bis dahin als Rahmen für die internationale Entwicklungszusammenarbeit dienten. Diese 8 Ziele sollten bis 2015 extreme Armut, Hunger, Krankheiten, Analphabetismus und Umweltzerstörung bekämpfen.

Nach einem dreijährigen Prozess der Vorbereitung sind die 17 SDGs nun global ausgerichtet und universell anwendbar:

Keine Armut

Armut in jeder Form und überall beenden

Kein Hunger

Ernährung weltweit sichern

Gesundheit & Wohlergehen

Den Zugang zu guter medizinischer Versorgung, lebensrettenden Medikamenten, gesunder Ernährung, sauberem Wasser und guter Luft ermöglichen

Hochwertige Bildung

Alle Menschen sollen eine inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung erhalten

Geschlechtergleichstellung

Gleichstellung von Frauen und Männern

Sauberes Wasser & Sanitärversorgung

Die sichere Versorgung mit sauberem Wasser ist für ein Leben in Gesundheit und Würde unerlässlich

Bezahlbare & saubere Energie

Energie ist eine grundlegende Voraussetzung für wirtschaftliche und soziale Entwicklung

Menschenwürdige Arbeit & Wirtschaftswachstum

Die Globalisierung birgt viele Chancen für mehr Wohlstand. Jedoch profitieren nicht alle auf gleiche Weise von den Vorteilen der Globalisierung. Wenn es beispielsweise um gute Arbeit mit sozialen Mindeststandards und adäquaten Löhnen geht, stehen wir international immer noch vor vielen Herausforderungen

Industrie, Innovation & Infrastruktur

Nachhaltiges Wirtschaftswachstum, nachhaltige Produktion, nachhaltige Städte und nachhaltige Bildungs- und Gesundheitssysteme sowie damit eine ganze Reihe wichtiger Nachhaltigkeitsziele sind ohne intelligente Innovationen, moderne Infrastrukturen und eine leistungsfähige Industrie nicht denkbar

Weniger Ungleichheiten

Einkommen und Vermögen sind weltweit ungleich verteilt. In vielen Ländern steigt die Ungleichheit weiter an. Deshalb soll insbesondere das Einkommen der ärmsten 40 Prozent der Bevölkerung wachsen

Nachhaltige Städte & Gemeinden

Jeder zweite Mensch lebt heute in der Stadt. Der Zuzug ist ungebrochen. Damit wir in Zukunft gut leben, brauchen wir bezahlbaren Wohnraum und eine nachhaltige und integrierte Stadtentwicklungspolitik

Nachhaltig produzieren und konsumieren

Unser Planet ist nur begrenzt belastbar. Um auch künftig gut leben zu können, gilt es, unseren Konsum und unsere Produktionstechniken zu verändern

Weltweit Klimaschutz umsetzen

Der Klimawandel führt zu Extremwetterereignissen wie Wirbelstürmen, Dürren und Überschwemmungen. Wenn der Meeresspiegel steigt, Ernten vertrocknen und ganze Landstücke unbewohnbar werden, zieht es die Menschen dorthin, wo es sich besser leben lässt. Deshalb will die Staatengemeinschaft den Klimawandel gemeinsam deutlich begrenzen

Leben unter Wasser schützen

Die Ozeane sind Grundlage des Lebens. Sie sind Nahrungs-, Rohstoff- und Energiequellen und dienen als Verkehrsweg. Doch die Meere sind akut gefährdet. Steigende Wassertemperaturen und die Meeresverschmutzung zeigen das. Deshalb will die Staatengemeinschaft bis 2030 diese Entwicklung stoppen

Leben an Land

Intakte Ökosysteme sind die Grundlage für Leben auf der Erde und eine nachhaltige Entwicklung. Sind sie gestört, treibt das viele Menschen in Hunger und Armut, führt zu Umweltkatastrophen und gefährdet unser Klima und eine nachhaltige Entwicklung. Deshalb will die Staatengemeinschaft durch das Nachhaltigkeitsziel 15 Leben an Land wirksam schützen.

Starke und transparente Institutionen fördern

Ohne ein sicheres Umfeld und rechtsstaatlich handelnde Institutionen ist eine nachhaltige Entwicklung unmöglich. Für Frieden, Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit ist gutes Regieren ohne Korruption unerlässlich.

Globale Partnerschaft

Die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele können nur durch eine starke, weltweite Partnerschaft erreicht werden. Das betrifft Herausforderungen wie die Beseitigung von Hunger und Armut, fairen Handel, sauberes Wasser oder Klimaschutz.

Für wen gelten die 17 SDGs?

Die Ziele sollen eine weltweite Transformation schaffen, nach dem Motto „Leave no one behind“. Das bedeutet, dass auch die ärmsten und benachteiligsten Menschen der Welt berücksichtigt werden sollen. Diese Ziele unterscheiden nicht zwischen Industrie- und Entwicklungsländern, sie gelten für alle, ganz gleich auf welchem Entwicklungsstand. Ihre Hauptabsicht ist, allen kommenden Generationen überall auf der Welt eine Zukunft zu geben.

Die fünf P’s der UN Nachhaltigkeitsziele:

People

diese Ziele kämpfen gegen Armut und Hunger und für Würde und Gleichheit in einer gesunden Umwelt.

Planet

der Schutz vor Schädigung mithilfe von 1. nachhaltigem Konsum und nachhaltiger Produktion, 2. Bewirtschaftung mit natürlichen Ressourcen und 3. Maßnahmen gegen den Klimawandel

Prosperity

die Ermöglichung von Bildung und ein stetiges Wirtschaftswachstum gehören zum Beispiel zu dieser Kernbotschaft

Peace

unter diesen Aspekt fallen unter anderem die Geschlechtergleichstellung und das Streben nach weniger Ungleichheiten

Partnership

für viele Ziele ist die Partnerschaft mit anderen Ländern ein unumstößliches Fundament der Agenda

Wie werden die 17 Nachhaltigkeitsziele konkret umgesetzt?

Die Nachhaltigkeitsziele fließen in jedem Land in unterschiedliche Projekte ein. Darum ist es schwierig, für die Umsetzung ein zentrales Vorgehen darzulegen. Daher wird überall besonders auf globale Partnerschaften gesetzt, denn schließlich ist die Agenda ein global beschlossenes Ziel und soll somit auch gemeinsam erreicht werden.

Das Ziel der Agenda ist, bis 2030 globale Entwicklungen nachhaltig zu gestalten.

Dafür geben die Länder der Vereinten Nationen regelmäßig Bericht über den aktuellen Stand ab und überprüfen sich gegenseitig. Festgesetzt sind auch bestimmte Zeitrahmen zur Erfüllung diverser Ziele und konkrete Steuerungsregeln. Viele nationale Institutionen wurden neu koordiniert und eine internationale Klimaschutzinitiative wurde ins Leben gerufen. Die G20 Länder der UN haben 2015 außerdem einen stärkeren Ausbau internationaler Entwicklungszusammenarbeit beschlossen. Dafür sollen 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts dieser Länder bereitgestellt werden.

Die 17 SDGs in Deutschland

Die Bundesregierung hat mit der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie konkret festgelegt, wie die 17 SDGs umgesetzt werden sollen. Die Strategie steht unter dem Leitthema „Transformation gemeinsam gerecht gestalten“. Sie dient als zentraler Fahrplan, um die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) der UN bis 2030 in, mit und durch Deutschland zu erreichen. 

Ein besonderer Schwerpunkt liegt in der neuen Fassung auf der sozialen Dimension der Nachhaltigkeit, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt während der notwendigen Veränderungsprozesse zu wahren. Die in der Strategie festgelegten fünf Werkzeuge beinhalten auch die internationale Verantwortung. Damit erkennt Deutschland seine globale Rolle an und will negative Auswirkungen nationaler Politik auf das Ausland systematisch vermeiden (vgl. Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie 2025). 

 

Aktuelle Kampagnen in Bezug auf die 17 SDGs der UN

Die starke, weltweite Partnerschaft zeigt sich durch internationale Kampagnen, die sich auf ein oder mehrere der 17 Nachhltigkeitsziele stützen. So findet jedes Jahr am 22. März der Weltwassertag statt. Das aktuelle Motto “Wo Wasser fließt, wächst Gleichberechtigung”

bezieht sich dabei neben dem Zugang zu sauberem Trinkwasser und Sanitärversorgung (SDG 6) auch auf das 5. Nachhaltigkeitsziel, der Gleichstellung von Frauen und Männern. Denn noch immer betrifft der fehlende Zugang zu sauberem Wasser besonders Mädchen und Frauen. 

Auch der World Menstrual Hygiene Day macht auf diese Ungleichheit aufmerksam, enttabuisiert das Thema Periode und setzt sich neben der Einrichtung von Sanitäreinrichtungen an Schulen auch für die Aufklärung von Jungen und Mädchen rund um das Thema Menstruation ein. Beide Initiative vereinen den positiven Effekt für die Bildung. Denn Trinkwasserbrunnen und Sanitäreinrichtungen ermöglichen es Mädchen zur Schule zu gehen, die sonst mit der Besorgung von Wasser zeitlich und körperlich stark eingebunden wären. 

 

Kann die 2030 Agenda erfüllt werden?

Die Vereinten Nationen geben jedes Jahr einen Report zum aktuellen Stand der Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele heraus. Der aktuelle Bericht zeigt eine „globale Notlage“ bei der Umsetzung der 17 SDG. Zehn Jahre nach dem Start der Agenda 2030 sind nur 17 % der Ziele auf dem richtigen Weg, während 48 % der SDG zeigen nur einen unzufriedenstellenden Fortschritt. Besonders besorgniserregend sind dabei die 17% der Ziele, die seit 2015 sogar Rückschritte machen. Besonders kritisch ist die Lage beim Ziel 6: Weltweit haben noch immer 2,2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser und 3,4 Milliarden leben ohne sichere Toiletten.

In Subsahara-Afrika ist die Herausforderung am größten. Dort leben 2025 mehr als drei Viertel der extrem armen Menschen weltweit, und die Zahl der Hungernden ist auf 22,3 % gestiegen. Um die Ziele der Agenda 2030 zu erreichen, muss der Fortschritt massiv beschleunigt werden; beim Trinkwasser um das Sechsfache. Der Zugang zu sauberem Trinkwasser nimmt dabei eine zentrale Schlüsselrolle für weitere Ziele ein. Denn nur so können die Ziele im Bereich Gesundheit (SDG 3), Bildung (SDG 4) und Geschlechtergerechtigkeit (SDG 5) erreicht werden (vgl.The Sustainable Development Goals Report 2025).

 

Welche Rolle spiele ich selbst bei den 17 SDGs? 

Die 17 Ziele der Agenda 2030 richten sich an alle Staaten, Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und jede und jeden Einzelnen. Mit einer Spende an well:fair förderst du die Einrichtung von Sanitäranlagen und die Errichtung von Trinkwasserbrunnen für Menschen in Regionen wie Tigray (Äthiopien), Iringa (Tansania) & Narok (Kenia). Zudem ermöglicht eine Spende die Ausbildung von WASH-Komitees in den Gemeinden für die langfristige eigenverantwortliche Wartung sowie die Förderung von Hygieneausbildung an Schulen.

 

Fazit: Die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele

Die 17 Nachhaltigkeitsziele sind unser universeller Fahrplan für eine nachhaltigere Welt, in der niemand zurückgelassen wird. Doch fünf Jahre vor 2030 befinden wir uns in einer globalen Notlage: Nur 18 % der Ziele sind derzeit auf Kurs, während ebenso viele Ziele sogar Rückschritte machen. Besonders beim Ziel 6 (Sauberes Wasser) ist die Lage kritisch, da der Fortschritt für eine universelle Versorgung weltweit um das Sechsfache beschleunigt werden muss. Sauberes Wasser ist dabei der entscheidende Hebel, um auch Fortschritte bei Gesundheit, Bildung und Gleichberechtigung zu erzielen.