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Informationen zur aktuellen Situation in Äthiopien

April 06. 2020

4 Minuten Lesedauer

Auf dieser Seite informieren wir dich über die uns zur Verfügung stehenden Informationen zur derzeitigen Lage in der Tigray-Region. Du erfährst hier von uns, welche Auswirkungen der derzeitige Konflikt auf unsere Projektarbeit hat, was das für deine Spende bedeutet und welche Absicherungsmechanismen von unserer Seite vorhanden sind.

FAQ

Was passiert aktuell in Äthiopien?

In unserer Projektregion Tigray in Nord-Äthiopien herrscht seit dem 4. November ein Krieg zwischen der Zentralregierung und der Regionalregierung Tigrays. Mittlerweile sind weitere Akteur*innen direkt und indirekt darin verwickelt. Da sowohl die Stromversorgung als auch jegliche Telefon- und Internetverbindungen seitdem abgeschaltet worden sind, ist es momentan sehr herausfordernd, verlässliche Informationen zur Lage vor Ort zu erhalten. Strom- und Telefonleitungen funktionieren in Teilen des Landes zwar zeitweise, doch nur im limitierten und unzuverlässigen Maße. Ebenfalls sind unabhängige Berichterstattung und Bestätigungen zur Lage vor Ort kaum vorhanden, da zur Zeit keine Journalist*innen im Land erlaubt sind.

Welche Informationen stehen Euch zur Verfügung?

Mit unserer Partnerorganisation und Mitarbeiter*innen vor Ort stehen wir im regelmäßigen Austausch, trotz vielen Herausforderungen.

Darüber hinaus verfolgen wir die internationale Berichterstattung und stehen mit Nichtregierungsorganisationen im Austausch. Weitere Informationen können unter anderem auf der Seite des Auswärtigen Amts eingeholt werden.

Was passiert mit bereits erfolgten Spenden?

Jede Spende wird je nach aktuellem Bearbeitungsstand unserer Projekte eingesetzt. Falls du vor einigen Wochen oder Monaten gespendet hast, dann wurde deine Spende bereits einem konkreten Projekt zugeteilt, das derzeit bearbeitet wird. Unser Versprechen gilt hier uneingeschränkt: Jede Spende ist sicher und jeder Euro wird weiterhin in voller Höhe für unsere WASH-Projekte eingesetzt.

Wie geht es weiter, wenn ich jetzt spenden möchte?

Wir legen pro Quartal fest, welche Spendensumme für die Projektarbeit eingesetzt wird. Dabei orientieren wir uns jeweils am aktuellen Bearbeitungsstand der Projekte und den Kapazitäten unserer Partnerorganisation vor Ort. In diesem Quartal geben wir (Stand jetzt) keine weiteren Spendengelder frei, sondern fokussieren uns auf die Finalisierung bereits laufender Projektarbeiten. Weitere Spenden setzen wir ein, sobald sich die Lage wieder stabilisiert und wir vollständige Sicherheit darüber haben, dass die Spenden auch weiterhin zeitnah für die Projektumsetzung eingesetzt werden können. Siehe auch die untere Antwort zur Frage „Was passiert wenn der Konflikt länger andauert?“ für unsere ergriffenen Maßnahmen.

Ist meine Spende weiterhin sicher?

Ja. Die Sicherheit jeder einzelnen Spende hat für uns höchste Priorität. Wir versichern dir, dass jede Spende weiterhin in voller Höhe für unsere Projektarbeit eingesetzt wird – was insbesondere in diesen schwierigen Zeiten (Covid-Pandemie, Heuschreckenplage) lebenswichtig ist.

Was ist mit den Projekten, die in der Bauphase sind?

Sobald sich die Sicherheitslage stabilisiert hat, können Bauarbeiten weitergeführt werden, da unter den aktuellen Bedingungen keine Bauarbeiten erfolgen können. Mit der vorhandenen personellen Infrastruktur wird dann der Ist-Zustand ermittelt. Abhängig von den Ergebnissen der Ermittlung werden weitere Entscheidungen getroffen. Wir hoffen, dass es sich vor Ort stabilisiert. Sobald wir neue, verlässliche Informationen zur Projektumsetzung haben, informieren wir dich an dieser Stelle unverzüglich.

Was passiert mit den fertigen Projekten?

Die Projekte befinden sich in den ländlichen Regionen und sind damit (aktuell) relativ sicher. Keine Partei hat laut unseren Informationen ein Interesse daran, die lebenswichtige Wasser- und Sanitärversorgung zu gefährden (insbesondere nicht in Zeiten der COVID-19 Pandemie). Beide Parteien sind politische Parteien, die ultimativ für die Versorgung der Menschen verantwortlich sind. Da rund 75% der Kosten eines Brunnenprojekts für das Bohrloch eingesetzt werden, sind selbst im schlimmsten Falle diese Investitionen gesichert.

Was, wenn der Konflikt länger andauert?

Für dieses „worst case Szenario“ sind wir vorbereitet. Momentan befinden wir uns in der aktiven Phase der Partnerselektion in weiteren afrikanischen Ländern, so dass unser Einsatz für das Menschenrecht auf WASH auch in der Zukunft sicher erfolgen kann. Hierzu werden wir konkrete Informationen durch eine öffentliche Mitteilung in den kommenden Wochen bekanntgeben.

Welche Absicherungsinstrumente gibt es?

Verträge für die Projektimplementierung sind so konzipiert, dass Konflikte wie dieser berücksichtigt werden. Uns ist bewusst, dass wir uns zwar das beste Szenario wünschen, aber uns für das worst-case Szenario absichern müssen. Dazu gehört u.a. eine quartalsweise Berichtserstattung und -prüfung, von der weitere Auszahlungen abhängig sind. So wird sichergestellt, dass Auszahlungen eng gekoppelt sind an tatsächliche Ausgaben für das jeweilige Quartal. Zudem finden jährliche Bilanz- und Rechnungsprüfungen statt für eine zusätzliche Kontrolle sowie um die finanzielle Stärke unserer Partnerorganisation sicherzustellen.

Wie steht n2s zu dem Konflikt?

Wir sind keine politische Organisation und ergreifen demnach auch keine Partei. Unser fokussierter Einsatz gilt den Menschen und der Verwirklichung ihrer Menschenrechte! Wir sind davon überzeugt, dass im Sinne der Menschen vor Ort eine schnelle, friedliche Lösung des Konflikts dringend geboten ist und dies nur durch eine Strategie der sofortigen Deeskalation möglich ist. Das ist unser Appell.

Wie steht die Deutsche Regierung dazu?

Unter folgendem Link ist die aktuelle Pressemitteilung des Auswärtiges Amtes vom 20.11.2020 zu sehen: Link zur Pressemitteilung. Daraus geht hervor, dass die Bundesregierung zusätzliche Gelder für humanitäre Hilfe zur Verfügung stellen wird.

Quellen für weitere Informationen

Hast du weitere Fragen? Schreibe uns bitte eine E-Mail an: info@n2s.ngo

Zuletzt aktualisiert am 08.03.2021