Verstehen
13.07.2026
8 Minuten Lesedauer
Dortmund/New York, 13. Juli 2026 – Während in Deutschland die traditionelle Sommerpause langsam eingeläutet wird, herrscht im UN-Hauptquartier in New York City absoluter Ausnahmezustand. Mittendrin: Shari Malzahn-Ape, Repräsentantin der well:fair foundation. Als offizielles Mitglied der zivilgesellschaftlichen Delegation der Bundesregierung nimmt sie im Juli 2026 am High-Level Political Forum (HLPF) teil.
Um zu verstehen, wie wichtig dieser Moment für die Weltgemeinschaft, aber natürlich auch für well:fair ist, muss man den institutionellen Hintergrund kennen: Das High-Level Political Forum on Sustainable Development (HLPF) ist das zentrale Organ der Vereinten Nationen zur Nachverfolgung und Überprüfung der Agenda 2030 und der 17 globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs). Einmal im Jahr legen alle Mitgliedsstaaten der UN in New York ihre Karten auf den Tisch, um zu prüfen: Wer hat seine Hausaufgaben gemacht und wer hinkt hinterher? Es ist, nüchtern betrachtet, die jährliche Zeugnisvergabe für das größte Gruppenprojekt der Weltgemeinschaft.
Das Besondere im Jahr 2026: Dieses Jahr steht unter dem Zeichen des „Wasserjahres 2026“. Das Nachhaltigkeitsziel Nummer 6 – Sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen (SDG 6) – unterliegt einer tiefgehenden, inhaltlichen Überprüfung (In-depth Review). Damit bildet das Treffen in New York den entscheidenden politischen und strategischen Meilenstein auf dem Weg zur großen UN-Wasserkonferenz im Dezember 2026 in Abu Dhabi.
Die aktuellen, im Rahmen des Forums vorgestellten UN-Daten untermauern den extremen Handlungsdruck, den well:fair seit Jahren tagtäglich thematisiert: Die globalen Bemühungen reichen beim aktuellen Umsetzungstempo bei Weitem nicht aus. Hochrechnungen zeigen ein erschreckendes Bild: Beim derzeitigen Fortschritt wird das globale Wasserziel (SDG 6) weltweit erst im Jahr 2049 vollständig erreicht sein – wenn überhaupt
Die nackten Zahlen der Vereinten Nationen verdeutlichen diese globale Krise:
Für uns bei well:fair ist dieser Zustand nicht akzeptabel. Wenn kein sauberes Wasser fließt, fehlen die elementarsten Voraussetzungen für Gesundheit, Bildung, Sicherheit und Gleichberechtigung. Ohne WASH (Wasser, Sanitär, Hygiene) ist ein selbstbestimmtes Leben in Menschenwürde unmöglich.
Als Teil der rund 30-köpfigen deutschen Delegation bewegt sich Shari Malzahn in New York direkt im Epizentrum der Diplomatie. Ausgestattet mit einem offiziellen UN Grounds Pass, nutzt sie den multilateralen Raum, um praxisbasierte Evidenz aus unserer über 14-jährigen operativen Erfahrung direkt in den Diskurs einzubringen.
well:fair fördert WASH-Projekte in ländlichen Regionen in Äthiopien, Tansania und Kenia und hat bis heute über 622.000 Menschen nachhaltig erreicht. Wir arbeiten langfristig mit denselben Partnern, die ausnahmslos lokal geführt sind und von denen wir jeden Tag lernen. Diese tiefgreifende Praxiserfahrung ist Sharis Hebel in den UN-Gängen. Ihre Kernaufgabe vor Ort liegt nicht in formellen Reden im Plenarsaal – diese sind traditionell Regierungsmitgliedern vorbehalten –, sondern im strategischen Austausch bei Side-Events und in den Delegationsräumen. Sie sorgt unermüdlich dafür, dass politische Entscheider*innen das Thema Wasser nicht schleifen lassen und dass aus unverbindlichen Willenserklärungen endlich messbare, nationale Implementierungs-Roadmaps werden.
In den zahlreichen Hintergrundgesprächen in New York platziert Shari die drei elementaren Säulen der well:fair Philosophie, die uns im Entwicklungssektor auszeichnen:
Zwei hochrangige Termine bilden die operativen Meilensteine für Sharis Netzwerkarbeit in Manhattan:
Unter dem Titel „From Dakar to Abu Dhabi and Beyond: Strengthening Inclusive Stakeholder Engagement in UN Water Conferences beyond 2026“ diskutierte die deutsche Delegation gemeinsam mit dem Deutschen WASH-Netzwerk und der Welthungerhilfe in der Ständigen Vertretung Deutschlands bei den UN, wie die Zivilgesellschaft strukturell in globalen Wasser-Governance-Prozessen besser verankert werden kann. Shari vertrat hierbei die Stimmen der Menschen aus unseren Projektgebieten.
Das ist der absolute Ritterschlag für unsere Arbeit: Gemeinsam mit der Siemens Stiftung, Viva con Agua und dem Deutschen WASH-Netzwerk veranstaltet well:fair ein exklusives, geschlossenes Frühstücksdialog-Format im American Council on Germany. Unter dem Thema „Making Implementation Visible: Connecting Global Commitments with Local Action“ kommt Shari als Co-Gastgeberin mit rund 30 ausgewählten Führungspersönlichkeiten aus UN-Systemen, Regierungen, der Wirtschaft und namhaften Philanthropien (wie der Gates Foundation) zusammen, um für langfristige Partnerschaften auf Augenhöhe (übrigens an sich schon ein eigenes Nachhaltigkeitsziel, nämlich SDG 17) zu werben.
New York zeigt uns: Die Weltgemeinschaft braucht Organisationen wie well:fair, die nicht nur reden, sondern nachweisbar erfolgreich handeln. Lass uns gemeinsam dafür sorgen, dass wir das Menschenrecht auf sauberes Wasser nicht erst im Jahr 2049, sondern so schnell wie möglich für jeden Menschen auf dieser Welt Realität werden lassen! Mit deiner Spende schaffst du schon heute die Lebensgrundlage für Gesundheit und Bildung. Zu 100 % direkt vor Ort.